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Gebrauchsanweisungen zur EBIARMS-Mündungsbremse

 

Wirkungsweise von Mündungsbremsen / Kompensatoren

Eine Mündungsbremse lenkt einen großen Teil der Pulvergase aus der Schussrichtung ab. Diese werden zur Seite, nach oben und schräg nach hinten gelenkt. Dadurch wirkt auf die Mündungsbremse und somit den Lauf eine nach vorne und nach unten ge­richtete Kraft, welche den Rückstoß sowie den Hochschlag reduziert. Durch das teilweise Trennen von Treibladungsgasen und Geschoss werden übliche Störeinflüsse im Mündungsbereich gemindert. Das Gewicht der Mündungsbremse verändert das Schwingungs­verhalten des Laufes. Die Mündungsbremse teilt die Pulverschwaden in mehrere Teile, das Mündungsfeuer wird reduziert. Durch angepasste Munition kann die Wirkung der Mündungsbremse voll ausgeschöpft werden. Ein entspannteres Schießen und eine deutliche Präzisionssteigerung sind möglich.

 

Voraussetzungen zur Montage

Der Waffenhersteller der jeweiligen Waffe muss vor der Montage einer Bremse vom Kunden selbst gefragt werden, ob die Waffe dafür geeignet ist. (Insbesondere bei halbautomatischen Waffen und bei Waffen die direkt im Lauf verriegeln.) Dies gilt auch dann, wenn EBIARMS eine Bremse für einen speziellen Waffentyp anbietet.

Das Kaliber der Waffe darf keinesfalls größer sein als das auf der Mündungsbremse genannte Kaliber! Das Laufende der Waffe muss zylindrisch und die Laufbohrung mittig sein. Nur bei  der Nutzung der Bremsen des Typs D-K  darf der Lauf im Bereich der Klemmung konisch sein. Der Lauf muss jedoch dem angegebenen Konus entsprechen. Der Laufaußendurchmesser Ihrer Waffe darf höchstens dem auf der Mün­dungs­bremse angegebenen Nenndurchmesser entsprechen, diesen jedoch auch nicht um mehr als 2/10 mm unterschreiten. Zur Verdeutlichung: Die Mündungsbremse mit der Beschriftung „Kal. 5,56/ Ø20 mm“ ist geeignet für Waffen mit einem Kaliber von maximal 5,56 mm und einem Laufaußendurchmesser zwischen 19,8 und 20,0 mm.

 

Montage

Bei allen Arbeiten an der Mündungsbremse muss die Waffe entladen sein!

Die aufklemmbare Mündungsbremse bis zum Anschlag auf das Laufende aufschieben und dies durch die seitlichen Schlitze der Mündungsbremse kontrollieren. Den Schriftzug nach oben ausrichten. Anschließend die Schrauben mit einem Innensechskantschlüssel im Wechsel zuerst sanft, dann fester anziehen. Bei Kalibern bis einschließlich 5,56x45 mm genügt ein Drehmoment von 5 Nm. Hier darf der Lauf zur Vermeidung von Kratzspuren bei der Montage leicht eingeölt werden. (Kein teflonhaltiges Öl oder ähnliches benutzen.) Bei größeren Kalibern oder bei der Nutzung von Reduzieradaptern sind die Schrauben mit 8 Nm anzuziehen. Bei den starken Kalibern sollten die Kontaktflächen zwischen Lauf und Mündungsbremse nicht eingeölt werden, die Schauben dagegen sollen eingeölt sein.

Bei der Nutzung von Mündungsbremsen mit eingesetzten Gewindeadaptern sind diese bis zum Anschlag aufzuschrauben. Anschließend wird die Mündungsbremse bei geöffneten Klemmschrauben im Uhrzeigersinn so lange gedreht, bis die Aufschrift nach oben ausgerichtet ist. Dann werden die Klemmschrauben geschlossen. Drehmoment für diese Schrauben siehe oben. Der Adapter muss sich dabei bis zum Anschlag in der Bremse befinden. Der Gewindeadapter kann mit einem Runddrahtsprengring zusätzlich in der Bremse gesichert werden. Zur einfacheren Montage sollte man den Runddrahtsprengring kürzen und die Enden abrunden, sonst entstehen Kratzer an der Bremse. Zur sicheren Funktion ist die Montage des Sprengrings in den für die Bremse zugelassenen Kalibern nicht notwendig.

Bei der Nutzung von Mündungsbremsen mit integriertem Gewinde sind diese bis zum Anschlag aufzuschrauben und dann so lange gegen den Uhrzeigersinn zu drehen bis sie zum ersten Mal mit den Schrauben nach oben weisen. (Also max. eine Umdrehung.) Danach werden die Klemmschrauben mit Gefühl angezogen. Bei diesem Bremsentyp reduziert die Klemmvorrichtung lediglich das Gewindespiel und verhindert ein Lösen.

 

Benutzung und Warnhinweise

Die üblichen Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit Waffen sind auch bei Nutzung der Mündungs­bremse zu beachten. Es dürfen weder Schrot noch sich zerlegende oder unstabil fliegende Geschosse verschossen werden. Es muss sichergestellt sein, dass sich keine Fremdkörper in Lauf und Mündungsbremse befinden! Vor jedem Schießen sind das Anzugsmoment der Schrauben und der richtige Sitz der Mündungsbremse zu kontrollieren. Dies sollte nach dem ersten Schuss und darauf folgend alle 50 Schuss wiederholt werden. Das Überschießen von Personen ist ver­boten. Mit einer Treffpunktverlagerung bei aufgesetzter Mündungsbremse ist zu rechnen. Da die Mündungs­bremse nicht als Schalldämpfer wirkt, ist beim Schießen ein Gehörschutz notwendig. Das Austreten des heißen schnellen Gasstroms und darin enthaltener Partikel aus den Mündungsbremsenöffnungen sowie aufgewirbelter loser Untergrund kann zu Verletzungen und zu Zerstörungen führen! Dies muss vom Schützen beachtet werden. In einem Abstand von einem Meter um den Gefahrenbereich der Mündungsbremse dürfen sich keine Lebewesen oder empfindliche Gegenstände befinden! Sich an der Schießstätte befindliche Personen müssen eine Schutzbrille tragen. Die Abgabe von mehr als 30 Schuss in schnellem Einzelfeuer ohne Abkühlungsphase erfolgt auf eigene Gefahr! Es liegen keine Erkenntnisse über das Verhalten bei extrem heiß geschossenen Läufen und Mündungsbremsen sowie beim Einsatz an vollautomatischen Waffen vor. Falls die Mündungsbremse sichtbare Schäden oder Verformungen aufweist, darf sie nicht mehr benutzt werden! Bei Mündungsbremsen mit vorhandener Gasabscheidehülse darf diese niemals mit Gewalt behandelte werden! Diese Hülse ist nicht zum Ausbau vorgesehen. Falls sie sich dennoch lockern sollte oder nach langem Gebrauch abgenutzt ist, darf die Bremse nicht weiter benutzt werden! Melden Sie dies bitte beim Hersteller! Wahrscheinlich ist eine Werksinstandsetzung möglich.

 

Pflege

Die Mündungsbremse selbst besteht aus brüniertem oder phosphatiertem Einsatzstahl. Die in manchen Bremsentypen vorhandenen Gasabscheidehülsen können auch aus einem speziellen, hochlegierten rostträgen Stahl bestehen. Reinigungsmittel und mechanische Reinigungs­methoden, welche diese Oberfläche angreifen, sollten vermieden werden. Falls der Waffenlauf mit solchen Mitteln gereinigt werden soll, empfiehlt es sich die Mündungsbremse abzunehmen. Leichtes Einölen erhöht den Korrosionsschutz. Langsame Erosion und Ablagerungen im Inneren der Mündungsbremse sind als natürlicher Verschleiß und als Zeichen der Wirksamkeit der Mündungsbremse anzusehen. 

 

Gewährleistung / Haftung

Die Mündungsbremsen von EBIARMS sind ausschließlich für sportliches oder jagdliches Schießen in der Bundesrepublik Deutschland hergestellt worden. Bei einem Export muss der Exporteur oder der Importeur sämtliche Verantwortung und Gewährleistungen übernehmen! Die Gewährleistung beträgt 24 Monate ab Verkaufsdatum. Die Gewährleistung beschränkt sich auf Schäden an der Mündungsbremse. Schäden an der Waffe sind ausdrücklich von jeglicher Gewährleistung / Haftung ausgenommen. Für Schäden die durch falsche oder missbräuchliche Benutzung der Mündungsbremse entstanden sind, kann nicht gehaftet werden. Es gelten die AGBs von EBIARMS.

 

Salvatorische Klausel

Die rechtliche Unwirksamkeit eines Teils dieser Gebrauchsanweisungen hat auf die Gültigkeit des sonstigen Inhalts keinen Einfluss. Die Bestimmungen sollen so umgedeutet werden, dass der mit der ungültigen Bestimmung verbundene juristische und wirtschaftliche Zweck erreicht wird.

 

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